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García Figuero, Ribera del Duero

Die Geschichte dieser Bodega ist ein Paradebeispiel für diejenigen, die sich nicht beirren lassen, konsequent und hartnäckig ihren Weg gehen, die ihren Überzeugungen treu bleiben und dafür den wohlverdienten Erfolg ernten.

José María García wurde 1936 in eine einfache Weinbauernfamilie im Dorf La Horra in Kastilien geboren. Mit 25 Jahren heiratete er die junge Milagros Figuero aus der gleichen Ortschaft, deren Eltern ebenfalls Weinbauern waren. Das Land der beiden Familien, das wie praktisch überall in Ribera del Duero mit Tempranillo-Reben bestockt war, wurde in der Folge zusammengelegt und ist heute das Fundament der neueren Familiengeschichte.

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La Horra liegt auf einer Linie zwischen den Dörfern Sotillo im Norden und Roa im Süden am Ufer des Flusses Duero, der die spanische „Meseta“ – die Hochebene – von Ost nach West durchquert. Zur Provinzhauptstadt Aranda del Duero fährt man in circa 20 Minuten ostwärts durch die eher flache Landschaft, in welcher sich Reben mit Korn- und Gemüsefeldern abwechseln. Die Bodega mit dem offiziellen Namen Viñedos y Bodegas García Figuero steht an der Verbindungsstrasse zwischen La Horra und Roa, exakt 2,2 Kilometer vom Ort entfernt.

2001 wurde das erste Kellergebäude im traditionellen Stil eingeweiht. Das war der Startschuss für den eigenen Wein der Familie García Figuero. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie seit jeher Traubenlieferanten gewesen. Ihr Tempranillo war bei renommierten Weingütern, allen voran bei der weltberühmten Bodega Vega Sicilia, hochgeschätzt, denn José María García arbeitete schon immer mit grösster Sorgfalt und mit von Generationen angesammelter Erfahrung. Vor allem hütete er (und tut es immer noch) einen einzigartigen Schatz: eigene Tempranillo-Klone, die aus Reben aus der Zeit vor der grossen Reblausplage stammten. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte vermehrte er immer wieder seine besten Pflanzen, so dass von einem einmaligen Figuero-Klon gesprochen werden kann.

Sein Traum war, aus den eigenen Trauben auch einmal den eigenen Wein zu keltern. Er wollte den hohen Anspruch, den er an die Arbeit im Rebberg stellte, auch im Keller fortsetzen können. Und so konnte er mit seiner Frau und den drei Kindern Antonio, Henar und Carlos, die inzwischen bereit waren, Verantwortung im Familienunternehmen zu übernehmen, seine Vision im Jahr 2001 erstmals verwirklichen.

Heute blickt José María García stolz auf etliche alte Weingärten, die den besten Wein aus 50- bis über 90-jährigen Reben hervorbringen. Mit den jüngeren Pflanzungen zusammen ist er Herr über stattliche 85 Hektaren, die auf 34 Parzellen verteilt sind, welche auf den besten Lagen im Herzen von Ribera del Duero liegen. Die Böden bestehen zur Hauptsache aus linsenförmigen, sich mit kalkhaltigem Mergel abwechselnden lehm- oder tonhaltigen Sandschichten. Pro Hektare werden je nach Jahrgang 2500 bis 3500 Kilo Trauben geerntet, d.h. circa 20 bis 28 Hektoliter Most pro Hektare. Im Vergleich zu Bordeaux beispielsweise, wo rund 40 Hektoliter üblich sind, ist das selbstredend ein geringer Ertrag, der dem Qualitätsanspruch und natürlich auch dem Klima geschuldet ist.

La Horra liegt auf 800 Metern über Meer, im Norden von Höhenzügen gegen die kalten Atlantikwinde geschützt. Ausgeprägte Schwankungen im Verlauf der Jahreszeiten und grosse Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht prägen das kontinentale Klima mit mediterranem Einfluss. Die Sommer sind heiss mit Spitzentemperaturen von bis zu 40° C und die Winter streng und lang mit Tiefstwerten bis zu –16° C. Im Jahr können mehr als 2400 Sonnenstunden gezählt werden. Die Niederschläge sind mit 450 Millimetern eher gering.

Dieses Klima begünstigt eine umsichtige, naturnahe Kultivierung der Reben, die nur minimale Eingriffe erfordert und weitgehend auf chemische Schutzmassnahmen verzichten kann. Ein grosser Teil der Pflanzen wird traditionell „en vaso“ (Gobelet-Schnitt) und nicht am modernen Drahtrahmen gezogen. Sie können sich so im Sommer viel besser vor der mörderischen Sonne schützen. José María García wacht mit Argusaugen über seine Reben und die Mitarbeiter im Rebberg. Trotz seines Alters kann er es noch allen vormachen, wie richtig geschnitten oder erlesen wird. Unkraut wird von Hand bekämpft, die sorgfältige Handlese mit den traditionellen Kastanienholzkörben ist selbstverständlich.

Das erste Kellergebäude war bald zu klein, so dass 2007 die neue, in ihrem Design markante und moderne Bodega hinzukam. Sie wurde von Esther Regidor, Architektin aus La Horra, geschaffen und so in den sanften Hang gebaut, dass bei allen Prozessen der Weinherstellung die Schwerkraft genutzt und grobes Pumpen vermieden werden kann. Keller- und Raumklima werden auf natürliche Weise mittels Lüftungsschächten, sogenannten „zarceras“, wie sie schon im 13. Jahrhundert für Bodegas gebräuchlich waren, reguliert.

Für den Keller und die Weinbereitung zuständig sind Óscar Rodríguez und Jean François Hébrard. Ihnen obliegt es, mit ihrem Talent und ihrer Erfahrung die Arbeit im Rebberg zu vollenden. Dabei verfolgen sie zwei verschiedene Ansätze.

Figuero 4 – Roble, Figuero 12 – Crianza und Figuero 15 – Reserva folgen in ihrer Machart der Tradition. Der Milagros de Figuero, der Viñas Viejas, der Noble und der Tinus sind eher Ausdruck des modernen Verständnisses von grossen Weinen unserer Zeit. Sie spiegeln den jeweiligen Jahrgang und die ausgewählten Parzellen – ihren Ursprung, ihr Terroir – wider.

Die sorgfältig kontrollierten Trauben werden alle entrappt und ein paar wenige Tage kalt mazeriert. Sie werden mit natürlichen Hefen spontan vergoren. Der Ausbau erfolgt für alle Weine in französischen und/oder amerikanischen Eichenfässern, hauptsächlich Barriques, wobei in dieser Hinsicht ständig ausprobiert und selektioniert wird. Heutzutage werden vermehrt französische Fässer verwendet. Auch haben für bestimmte Weine grössere 500-Liter-Fässer Einzug gehalten. Die Einzelheiten zu Vinifikation und Ausbau können Sie den Weinbeschreibungen auf unserer Homepage www.bauraulacvins.ch entnehmen.

Die Familie García Figuero bietet für jeden Weinliebhaber, für jeden Geschmack, für jedes Portemonnaie und für jede Gelegenheit einen passenden Figuero. Auch das ist ein hoher Anspruch, dem das Haus offensichtlich gerecht wird. Denn das Familienunternehmen verschifft, 15 Jahre nachdem der erste eigene Wein geerntet wurde, seine Weine in 25 Länder rund um den Globus. Wer hätte das damals gedacht…?

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