Der Wein aus der Sicht der Frau
Ich selbst habe eine hervorragende Schule besuchen dürfen. Meine Sommelier Professorin in Dijon, Madame Doré, ist eine begabte und passionierte Frau für diesen Beruf des Sommeliers und liebt es ihren Schülern dies auch zu übermitteln. Ich habe mir bewusst den 8. März (Tag der Frau) ausgesucht, um diesen speziellen Tag allen Frauen, welche in diesem doch Männer dominierten Beruf hervorragen, zu widmen. Allerdings werde ich mich auch mit der Ungleichheit „Mann-Frau“ auseinander setzen. Wie bereits erwähnt, wurde die Arbeit mit dem Wein früher eher von den Männer ausgeführt: Weingutbesitzer, Produzent, Oenologe, Sommelier, Weinjournalist, Weinkritiker, Weinberater in den Geschäfte, und vieles mehr. All diese Berufe und Berufungen sind jetzt auch zugänglich für Frauen. Ich würde jetzt gerne das Wort an eine sehr talentierte Frau weitergeben, welche ich im November letzten Jahres kennen gelernt habe. Sie wird uns sowohl über ihren persönliche Werdegang berichten können, als auch über den Wein aus weiblicher Sicht erzählen.
Eine Frau aus der Welt des Wein...
CLAUDIE JOBARD Maître de chais Remoissenet Père & fils
Persönliche Daten
Geburtsort: Beaune
Jahrgang: 1976
Bildung: Nationales Diplom der Oenologie von Dijon, Masterstudium der „Organisation Internationale de la Vigne et du Vin“
Im Haus Remoissenet seit: 2005
Fragen an Madame Jobard :
Wie sind Sie zu dieser Position gekommen, wo man so viel Verantwortung übernehmen muss?
Ich wurde in eine Familie geboren, welche schon seit Generationen Weinbau betreibt. Es war immer in meinem Interesse , mehr über den Wein zu erfahren und ihn verstehen zu lernen. Nach meinem Oenologie Studium in Burgund, bin ich viel in der Welt von einer Weinregion zur Nächsten gereist, um mein Wissen über dieses großflächige Themengebiet des Weins zu erweitern. Seit 2003 führe ich das familiäre Unternehmen in der Côte Chalonnaise. Die Anerkennung meiner Weine, welche auf unserer Domaine produziert werden, haben mir die Tür zu dem Haus Remoissenet geöffnet.Unsere Zusammenarbeit verdanke ich nur dem Vertrauen, welchen mir die Führungskraft von diesem wunderbaren Haus entgegenbringt.
Finden Sie, dass die Frau in dem Beruf des Weins genug repräsentiert wird?
Zu der Zeit als meine Mutter, sie ist Oenologe wie ich, vor 30 Jahren in diesen Beruf eingestiegen ist, war das Geschlecht der Frauen wenig, bis gar nicht in der Welt des Weins vertreten. Heute kann man sagen, dass so ziemlich gleich viele Frauen wie Männer in diesem Sektor, insbesondere in der Oenologie,arbeiten.
Gibt es Vorteile oder Nachteile als Frau in diesem Gebiet, welche Sie uns vielleicht nennen könnten?
Eine Frau erfasst wahrscheinlich mit einem feineren Gespür die aromatische Subtilität des Weins. Diese Sensibilität vermag es Weine zu entwerfen, welche feiner und dezenter sind. Meine Mutter zeigte mir die Freude am Produzieren des Weins, indem man immer auf der Suche nach Eleganz und Feinheit ist. Und dies versuche ich auch in dem Haus Remoissenet wiederzugeben.
Bei den Begriffen wie dem Genuss, dem Teilen, die Degustation mit den Käufern, den Journalisten, den Freunden, den Kollegen, merken Sie da einen Unterschied zwischen den Geschlechter?
Die Frauen, welche sich für den Wein interessieren, sind oft sehr motiviert, denn sie wollen sich in dieser Welt, welche leider immer noch dem männlichen Geschlecht reserviert ist, behaupten.(Die Weinkarte in einem Restaurant, wird zum Beispiel immer dem Mann als erstes angeboten!)
Man verwendet manchmal eine weibliche Kennzeichnung für die Weine. Gibt es im Burgund Weine, welche auf diese Metapher zutreffen?
Unter den „weiblichen“ Weinen treffen wir im Burgund zum Beispiel auf den Pinot Noir. Er wird aus einer delikaten Weinrebe gewonnen und sein Endprodukt ist eher weich und fein als kräftig. Ich bevorzuge den Musigny, welcher durch seine Eleganz und Komplexität hervorsticht.
Was können Sie Frauen empfehlen, welche Weine probieren oder kaufen wollen (Speziell aus dem Burgund) ?
Am Besten wäre, wenn man bei einem Wein beginnt, bei dem man die Leichtigkeit und Feinheit des Pinot Noir bemerkt und dann weiter zu den Weinen, welche mehr durch das charakteristische Terroir der jeweiligen Weinbauregionen geprägt ist. Ein „Santenay“ oder eine Dorf-Appellation aus der Côte de Beaune wären zum Anfangen empfehlenswert, gefolgt von einem Premier Cru wie der Chambolle Premier Cru „Les Echanges“. Abschließend würde ich einen Grand Cru wie der „Clos de Vougeot“ oder einem „Charme Chambertin“ nahelegen.
Wenn Sie selbst einmal einen Ausflug ins Burgund planen, hier ein Reisebericht aus dem Jahr 2008 und folgende Hotels können wir Ihnen empfehlen:
Hotel Le Cep
Rue Maufoux 27
F - 21200 Beaune
Tel. +33 380 22 35 48
Fax +33 380 22 76 80
resa@hotel-cep-beaune.com
www.hotel-cep-beaune.com
Hostellerie de Levernois
Relais & Château
F - 21200 Beaune / Levernois
Tel. +33 3 80 24 73 58
Fax +33 3 80 22 78 00
levernois@relaischateaux.com
www.levernois.com
Hôtel le Parc
Levernois
F - 21200 Beaune / Levernois
Tel. +33 3 80 24 63 00
Fax +33 3 80 24 21 19
hotel.le.parc@wanadoo.fr