Fattoria Nicodemi, Abruzzo
Von der Terrasse der modernen, schlichten Kellerei schweift unser Blick über die liebliche hügelige Landschaft. Goldgelb leuchtende, abgeerntete Weizenfelder, dunkelgrüne Weingärten und silbrig schimmernde Olivenhaine werden voneinander säuberlich durch zierliche Zypressen- und Gebüschreihen getrennt. Ein laues Lüftchen weht, die Sonne strahlt und die Temperatur zum Zeitpunkt unseres Besuches im Spätherbst ist herrlich angenehm. Wir befinden uns mitten in den Abruzzen, auf halbem Weg von der adriatischen Küste nördlich von Pescara zu den schneebedeckten Gipfeln des Gran Sasso. Elena Nicodemi heisst uns herzlich willkommen.
Das Land ist schon seit Generationen im Besitz der Familie. Vater Bruno Nicodemi hatte es in den 1960er Jahren geerbt. Nach und nach gestaltete er die Azienda um und setzte dabei auf die beiden einheimischen Traubensorten Trebbiano d’Abruzzo und Montepulciano d’Abruzzo. Dabei
handelte es sich aber nicht um seine hauptberufliche Tätigkeit; er arbeitete und wohnte damals in Rom. Erst in den 1990ern beschloss er, sich voll und ganz auf den Weinbau zu konzentrieren. Nach seinem überraschenden Tod übernahmen dann im Jahr 2000 seine Kinder Elena und Alessandro die operative Führung des Weingutes.