Baur au Lac Vins
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Baur au Lac Vins
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Weingut des Jahres 2013 / 2014

Fattoria Nicodemi, Abruzzo

Von der Terrasse der modernen, schlichten Kellerei schweift unser Blick über die liebliche hügelige Landschaft. Goldgelb leuchtende, abgeerntete Weizenfelder, dunkelgrüne Weingärten und silbrig schimmernde Olivenhaine werden voneinander säuberlich durch zierliche Zypressen- und Gebüschreihen getrennt. Ein laues Lüftchen weht, die Sonne strahlt und die Temperatur zum Zeitpunkt unseres Besuches im Spätherbst ist herrlich angenehm. Wir befinden uns mitten in den Abruzzen, auf halbem Weg von der adriatischen Küste nördlich von Pescara zu den schneebedeckten Gipfeln des Gran Sasso. Elena Nicodemi heisst uns herzlich willkommen.

Das Land ist schon seit Generationen im Besitz der Familie. Vater Bruno Nicodemi hatte es in den 1960er Jahren geerbt. Nach und nach gestaltete er die Azienda um und setzte dabei auf die beiden einheimischen Traubensorten Trebbiano d’Abruzzo und Montepulciano d’Abruzzo. Dabei
handelte es sich aber nicht um seine hauptberufliche Tätigkeit; er arbeitete und wohnte damals in Rom. Erst in den 1990ern beschloss er, sich voll und ganz auf den Weinbau zu konzentrieren. Nach seinem überraschenden Tod übernahmen dann im Jahr 2000 seine Kinder Elena und Alessandro die operative Führung des Weingutes.

 

38 Hektaren umfasst das Gut auf dem Gebiet der Gemeinde Notaresco, 30 stehen unter Ertrag. Die Böden weisen einen variierenden Anteil an Kalk und Lehm auf. Die Lagen befinden sich auf 250 bis 300 Metern über Meer und sind nach Süden und Südosten ausgerichtet. Es herrscht ein mildes, mediterranes Klima, geprägt vom nahen Meer und vom nicht weit entfernten Gran Sasso, der bis auf knapp über 2900 Meter über Meer hinaufragt.

Die Reben werden seit 1997 nach biologischen Weinbaurichtlinien gepflegt und das Traubengut war bis 2006 biozertifiziert. Elena und Alessandro haben jedoch damals beschlossen, aus dem Consorzio auszutreten, da sie mit dessen Praktiken und den hohen Kosten nicht mehr einverstanden sein konnten. Nach wie vor wird aber nach biologischen Richtlinien und hauptsächlich von Hand gearbeitet und gelesen.

Die ältesten Montepulciano-Stöcke wurden in den 1970er Jahren gesetzt und auf traditionelle Art als sogenannte Pergola abruzzese erzogen. Bei jüngeren Anlagen werden die Reben im Guyot oder Cordon an Drahtrahmen gezogen. Statt die Pergola abruzzese (und damit die ältesten und wertvollsten Rebstöcke, aus denen der Neromoro gekeltert wird) gelegentlich zu ersetzen, hat Elena mit der Hilfe des Agronomen Federico Curtaz die Pergola modernisiert und verbessert.

 

Anstelle der üblichen vier kreuzförmigen Arme, die das Dach bilden, werden nur noch zwei Arme gezogen. Das Blätterdach wächst dadurch weniger dicht und wird durchlässiger. Einerseits für das Sonnenlicht, welches die Reifung der darunter hängenden Trauben begünstigt. Andererseits auch für den Regen, so dass die Gefahr von Pilzkrankheiten wesentlich verringert wird. Die Qualität des Weins wurde folgerichtig mit diesen Massnahmen wesentlich gesteigert. Somit können wir heute immer noch unter der Pergola lustwandeln und gelegentlich da und dort eine süsse Traube stibitzen. Im Übrigen werden aus diesen wertvollsten Stöcken fortlaufend Jungreben gezogen, da es diese Varietät mittlerweile in keiner Rebschule mehr zu kaufen gibt.

Die Trebbiano-Traube ist sehr starkwüchsig und muss für qualitativ hochstehende Weine stark beschnitten werden. Die Rebe kann sich demzufolge auf wenige Trauben konzentrieren. Die daraus gekelterten Weine zeigen eine beachtliche Geschmacksintensität und je nach Herkunft
mehr oder weniger ausgeprägte mineralische Akzente.

 

Im Keller gebührt Paolo Caciorgna als Weinberater der Familie Nicodemi grosser Respekt. Sein Können zeigt sich in der feinen Differenzierung der einzelnen Weine aus gleicher Traubensorte. Es gelingt ihm, die verschiedenen Qualitätsmerkmale und die Herkunft aufs Beste auszudrücken. Die guten Benotungen von nationalen und internationalen Testern würdigen seine Leistung. Das Aushängeschild Neromoro wurde mehrmals mit 92 Punkten (Robert Parker’s Wine Advocate), 5 Grappoli (Duemilavini) und 2 oder 3 Bicchieri (Gambero Rosso) ausgezeichnet. Die Details zur Vinifikation und zum Ausbau der Weine können Sie den Weinbeschrieben auf unserer Homepage entnehmen.

Die Abruzzen sind auch Heimat für Olivenbäume. In der Fattoria Nicodemi stehen auf Böden, die sich weniger für den Weinbau eignen, 3500 Olivenbäume der Sorten Leccino, Dritta, Frantoio und Tortiglione. Wie die Reben werden auch diese sorgfältig und fachmännisch gepflegt. Ihre Frucht erfährt eine ebenso schonende und natürliche Behandlung. Der herrlich frische Geschmack überzeugt restlos.

Andere kulinarische Erlebnisse bietet ein Freund der Familie Nicodemi im Ristorante Borgo Spoltino in ca. 20 Kilometern Entfernung, wo man in besonderem Ambiente auch übernachten kann (www.borgospoltino.it).

Wir freuen uns, Ihnen in diesem Jahr die Nicodemi-Weine näherbringen zu können. In jeder Flasche steckt ein kleines Stück Abruzzen drin: das Meer, der mächtige Gran Sasso und die sanften Hügel, der Wind, der Regen und viel Sonne, ein Stück Kultur, Familiengeschichte und einiges von Elenas Herzblut.

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